Hauptänderung: Holz-Stab ⌀ 1 mm → 3 mm (Standard-Schaschlik-Spieß, robuster, leichter zu beschaffen).
Folgen kaskadieren auf Stab-Kanal (1,5/4 → 3,5/6 mm), Düse (2,5 → 3,5 mm Std, 4,0 mm High-Flow),
Korken-Mittelloch (1 → 3 mm). Reserve mit 2 Korken steigt von 4,1× auf 6,6×, Knicken (vorher knapp) ist mit 2450 g Reserve kein Thema mehr.
Flow sinkt von ~14 ml/s auf ~8,6 ml/s — für Living-Soil-Ollas ausreichend.
Teil 1
Happy Path
Der eine Weg, wie wir's bauen.
01
Wasserkette + Filter
Tank · Filter · Verteiler · Schläuche · Module pro Olla
Tank steht mit Unterkante 1,5 m über Olla-Höhe. Direkt unter dem Tank: Grobfilter / auswaschbares Sieb — hält Pflanzenreste, Biofilm, Sand, Perlitebrocken, Plastikspäne ab. Dahinter 8-fach-Verteiler mit individuellen Hähnen. Pro Olla ein 3-mm-Silikonschlauch (ID) zum Ventil-Modul.
Jedes Modul macht seinen eigenen Druckbruch — kein zentrales KIS. Jede Olla ist absperr- und regulierbar. Wenn ein Topf trockener gefahren werden soll: Hahn etwas zudrehen.
Wichtig zu verstehen: Hahn vs. Druck
Der Hahn dosiert Durchfluss, nicht Druck. Statischer Druck am Modul ist invariant zur Hahn-Stellung — er hängt nur von der Wassersäule ab. Ein halb zugedrehter Hahn reduziert nur, wie schnell Wasser nachfließen kann; der Schließdruck an der Korken-Oberseite bleibt identisch. Hähne sind kinetische Drosseln, keine Druck-Reduktoren.
Filter-Anforderungen
Standard-Aquaristik-Inline-Filter oder kleines Sieb reicht. Anforderungen: zugänglich montiert (vor Verteiler), auswaschbar, nicht zu fein (sonst zusetzt), aber fein genug für die typischen Partikel im Tank. Bei 3,5-mm-Düse mit 3-mm-Stab ist die effektive Ringfläche nur 2,55 mm² — Verstopfungsrisiko ist real, Filter zwingend.
02
Funktionsprinzip
Querschnitt · beide Endlagen · Korken-Oberseite dichtet
Wenn die Olla voll genug ist, schwimmt der Korken-Stapel im Unterteil auf — bis die Oberseite des obersten Korkens von unten gegen die 3,5-mm-Ring-Düse im Kesselboden drückt. Ventil geschlossen. Tank-Druck wird hier vollständig gebrochen — im Kessel steht weiterhin Wasser, aber drucklos.
Sinkt der Wasserstand in der Olla, fällt der Korken-Stapel. Sobald die Oberseite des obersten Korkens sich von der Düsenkante löst, tropft Wasser durch — und füllt nach, bis das Niveau wieder oben ist. Selbstregelnd, druckunabhängig, eine einzige bewegliche Achse.
Standard: 2 Korken am Stab (Schema zeigt 1 Korken zur Klarheit). Bei 1,5–1,7 m Wassersäule liefert 1 Korken bei der 3,5-mm-Düse 3,3× Reserve, 2 Korken liefern 6,6× — der komfortable Bereich für ein verschmutzendes, alterndes DIY-System.
Warum Korken-Oberseite als Dichtung
Naturkork ist von Natur aus elastisch und legt sich an scharfen Kanten dichtend an. Industriell geschnittene Weinkorken haben präzise plane Stirnflächen. Kein zusätzliches Dichtelement nötig. Wenn der Korken mit der Zeit verschleißt oder Wasser aufnimmt, kommt einfach ein frischer rein — neuer Dicht-, gleichzeitig neuer Auftrieb.
03
Selbst-Stabilität
Warum das Design passiv stabil ist
Das Design hat zwei stabilisierende Mechanismen, die ineinander greifen:
1 · Niveau-Regelkreis · Sinkt der Wasserstand in der Olla, fällt der Korken-Stapel, die Düse öffnet, Wasser fließt nach. Steigt der Stand, schließt das Ventil. Klassische negative Rückkopplung — wie bei einem WC-Schwimmer, nur druckentkoppelt.
2 · Schließdruck-Verstärkung · Sobald die Düse geschlossen ist, drückt der hydrostatische Druck im Tank den Korken noch fester gegen die Düse. Je mehr Druck — desto fester der Sitz. Der Tank-Druck arbeitet also zugunsten der Dichtung, nicht gegen sie.
Diese Selbst-Verstärkung ist der Grund, warum das Design auch bei schwankendem Tankfüllstand (108–167 mbar) zuverlässig schließt. Mehr Druck = besser dicht, nicht schlechter.
Wo Selbst-Stabilität endet
Selbst-Verstärkung greift nur im geschlossenen Zustand. Im offenen Zustand muss der Auftrieb stark genug sein, den Druck zu überwinden — das ist der Grund warum die Schwimmer-Reserve (Korken-Anzahl × Auftrieb / Druckkraft) > 1,5× sein sollte. Dort versagt das System wenn: Schwimmer klemmt, zu klein, eingedrückt, oder Düse verschmutzt.
04
Exploded View
Alle Bauteile axial · Stab + 2 Korken (Standard)
Standard 2 Korken · Reserve & Flexibilität2 Korken = empfohlener Standard (28,8 g Auftrieb, 6,6× Reserve bei 3,5-mm-Düse + 1,7-m-Säule). 1 Korken nur als Test/Prototyp/Minimum (3,3× Reserve — ok aber knapp gegen Alterung). 3 Korken für Tank-Säulen > 2,5 m oder als Alterungs-Reserve. Jeder Korken braucht ~ 45 mm Käfighöhe — bei 2 Korken-Standard reicht das 80-mm-Unterteil mit Hub-Spielraum.
05
Außenansicht
Wie's fertig aussieht · ohne Schema
PETG · grün gedruckt · Layer-Höhe 0,15 mm
06
Einbau A · in Olla
Querschnitt · Korken-Deckel + Air-Gap
Im Olla-Korken wird mit dem 40-mm-Forstnerbohrer ein Durchgangsloch gebohrt. Modul durchstecken — Oberteil sitzt auf dem Korken, Unterteil ragt in die Olla. Schlauch oben drauf, Stab schaut oben raus.
Soll-Niveau wird so kalibriert, dass zwischen Wasseroberfläche und Korken-Unterseite ein 30–50 mm Air-Gap bleibt. Korken hat nie Wasserkontakt — Druck-Sicker-Problem komplett eliminiert.
Niveau-Justage
Querstift am Holzstab versetzen → Schwimmer-Höhe ändert sich. Höher = Olla füllt mehr. Standardstart: oberster Korken-Anschlag bei ~ 60 % Olla-Höhe.
07
Einbau B · DN50-Rohr
Inline-Variante · grau · mit Adapter-Manschette
Im DN50-Wasserrohr (Innen-⌀ ~ 47 mm) sitzt das gleiche ⌀-40-mm-Modul mit Silikon-Adapter-Manschette zur Lücken-Überbrückung. Funktioniert als KIS-Ersatz: ein Modul speist einen ganzen Verteiler. Indikator-Stab kann hier kürzer (130 mm) sein — Sichtschacht nach außen entfällt.
08
Wartung · 3 Teile zerlegt
Oberteil · Achse · Unterteil
Teil
Was prüfen
Häufigkeit
① Oberteil
Kessel innen spülen (Sediment), Düsenrand auf Riefen
Frühere Annahme „1,5 m" war zu grob. Real ist h = Tank-Wasserspiegel minus Modul-Düse — und beides variiert.
Tank-Zustand
Wasserspiegel
h zur Düse
Druck
F (3,5 mm)
F (4,0 mm)
fast leer
~ 150 cm
110 cm
108 mbar
2,81 g
6,05 g
halb voll
~ 175 cm
135 cm
132 mbar
3,43 g
7,40 g
voll
~ 200 cm
160 cm
157 mbar
4,08 g
8,80 g
überfüllt
~ 210 cm
170 cm
167 mbar
4,34 g
9,36 g
Auslegung immer am vollen Tank
Maximaler Druck ist bei vollem Tank. Wenn das Modul DA dicht hält, hält es danach erst recht. Kritischer Auslegungspunkt: 167 mbar (überfüllter Tank).
Reserve-Matrix · Auftrieb vs. Druckkraft
Schwimmer
Auftrieb
Reserve · 3,5 mm bei 4,34 g
Reserve · 4,0 mm bei 9,36 g
1 Korken
14,4 g
3,32×
1,54× knapp
2 Korken
28,8 g
6,64×
3,08×
3 Korken
43,2 g
9,95×
4,61×
Stab-Knicklast (Euler)
F_kr = π² · E · I / L²
mit E_Holz ≈ 12 GPa, I = π · d⁴ / 64
bei d = 3 mm, L = 140 mm: F_kr ≈ 2 450 g (× 81 ggü. 1-mm-Stab)
Last bei 3,5 mm Düse · voller Tank: ~ 4,3 g → Reserve > 500× ✓ (Knicken ist kein Thema mehr)
Strömung: Schlauch vs. Düse
Element
Querschnitt
Max-Flow @ 1,6 m
Rolle
3,5-mm-Düse (mit 3-mm-Stab)
2,55 mm²
~ 8,6 ml/s
Düsenlimit (Std)
4,0-mm-Düse (mit 3-mm-Stab)
5,50 mm²
~ 18,5 ml/s
Düsenlimit (High-Flow)
3-mm-ID-Schlauch (1,5 m)
7,07 mm²
~ 20 ml/s
Bottleneck (nur High-Flow)
Hahn am Verteiler (offen)
~ 5 mm²
~ 25 ml/s
regelbar
Schlauch als Sicherheits-Begrenzer
Mit 3-mm-Stab ist die Düse jetzt klar das Strömungs-Limit (3,5 mm Std → 8,6 ml/s, viel weniger als Schlauch). Der 3-mm-ID-Schlauch bleibt im Hintergrund als Backup-Begrenzer für den Fehlerfall (defekte Dichtung, gerissener Korken) — max-Leckage bleibt < 20 ml/s.
10
Sicherheits-Regeln
Wann welche Konfiguration
Drei einfache If-Then-Regeln decken alle Setups:
Bedingung
Konfiguration
Begründung
h_max ≤ 1,5 m
1 Korken · 3,5 mm Düse
~ 4× Reserve reicht
1,5 m < h_max ≤ 2,5 m
2 Korken · 3,5 mm Düse
Standard-Setup, 6,6× Reserve
2,5 m < h_max ≤ 3,5 m
3 Korken · 3,5 mm Düse
oder 2 Korken + 3,0-mm-Düse
h_max > 3,5 m
3 Korken · 3,0 mm Düse
+ Filter zwingend feiner
h_max bestimmen
h_max = (Tank-Oberkante bei voll) − (Modul-Düsen-Höhe). Beides messen, nicht schätzen. Bei Tank-Unterkante 150 cm + 50 cm Tankhöhe + Düse auf 30 cm: h_max = 200 − 30 = 170 cm = 1,7 m → Standard-Setup.
High-Flow-Variante
Wenn explizit hoher Durchfluss gewünscht (z. B. größere Ollas, kürzere Nachfüll-Zeit): 4,0-mm-Düse statt 3,5 mm. Erfordert dann mindestens 2 Korken (1 Korken: 1,54× Reserve → zu knapp). Filter wird unkritischer (gröber zulässig). Strömung steigt von ~ 8,6 ml/s auf ~ 18,5 ml/s.
11
Abnahme-Test · Erstinbetriebnahme
Vor dem Echteinsatz: mit Sicherheitsreserve testen
Bevor das Modul ans echte Living-Soil-Setup geht: ein Test mit + 20–30 cm Sicherheitsreserve über der echten Max-Säule. Das deckt Druckspitzen, Tank-Überfüllung, langsame Verschmutzung — Faktoren die später noch auf das Modul zukommen.
Test-Protokoll
Setup vorbereiten · Modul wie spezifiziert zusammenbauen (Stab + 2 Korken Standard). Querstift auf nominaler Position.
Test-Tank aufbauen · Eimer/Wassersäule auf 1,8–2,0 m über Düsen-Position. Beispiel: bei realer Max-Säule 1,6 m → Test mit 1,9 m.
Anschluss · 3-mm-Schlauch direkt vom Test-Tank zum Modul-Schlauchanschluss.
Entlüften · System mit Wasser füllen, dann Hahn (oder bei Direktanschluss: Schlauchklemme) kurz öffnen bis Wasser blasenfrei austritt.
Sit-Test · 30 Min Modul in geschlossener Stellung beobachten. Akzeptanz: maximal initiales Nachtropfen beim Setzen der Dichtung, danach keine kontinuierliche Leckage.
Hub-Test · Schwimmer manuell nach unten ziehen (z. B. durch Olla-Wasserstand-Simulation per Spritze). Wasser muss tropfen. Loslassen → Schwimmer steigt → Dichtung schließt erneut.
Wiederhol-Test · 5× Hub-Test. Jedes Mal sauberes Schließen erwartet.
24-h-Dauerbetrieb · Modul bei Test-Druck stehen lassen. Nach 24 h Leckage-Check.
Kriterium
Akzeptanz
Bei Versagen
Initiales Nachtropfen
≤ 30 Sek nach Setzen
Düsenkante prüfen, Korken-Oberseite eben?
Kontinuierliche Leckage (30 min)
0 Tropfen
+1 Korken hinzufügen, oder Düse 2,0 mm
Hub-Test Schließen
5/5 sauber
Stab klemmt? Schwimmer-Reibung am Käfig?
24-h-Stand-Test
0 Tropfen
Wartungs-Cycle früher als geplant
Entlüftungs-Prozedur (wichtig, nicht dramatisch)
Eine eingeschlossene Luftblase vernichtet den hydrostatischen Druck nicht — er wird auch durch Luft übertragen. Aber: Luft macht das Erstbefüllen langsam und sorgt für ruckartiges Nachlaufen. Daher: bei Inbetriebnahme alle Schläuche nacheinander öffnen, bis blasenfrei Wasser austritt. Bei 3-mm-Schlauch ist das ~ 1 Min/Linie.
12
Kalibrierung & Sweet Spot
Blumat mbar · Living Soil · Cannabis
mbar
Status
Living Soil Cannabis
Aktion
0–50
gesättigt
zu nass · Wurzelfäule-Risiko
Querstift tiefer
50–100
sehr feucht
direkt nach Gießen
—
100–200
Sweet Spot
Veg + frühe Bloom
Soll-Bereich
200–300
trocknend
Wurzeln expandieren
—
300–400
trocken
Bald nachfüllen
Querstift höher
> 400
zu trocken
Stress
Querstift deutlich höher
Iterative Kalibrierung
Modul einbauen → System mit Wasser füllen → 24 h laufen lassen → Blumat ablesen → Querstift versetzen → wieder 24 h. 2–3 Iterationen reichen für stabilen Sweet Spot.
13
Troubleshooting
Symptom · Ursache · Fix
Symptom
Ursache
Fix
Olla läuft über
Korken-Oberseite dichtet nicht; oder Korken-Stapel hängt am Stab-Kanal
Korken-Oberseite kontrollieren (eben?), Stab auf Quellen prüfen, Stapel leichtgängig?
Tropft auch bei vollem Schwimmer
Düsenkante hat Riefe, oder Korken-Oberseite uneben/zerschossen
Hahn am Verteiler nachjustieren / etwas zudrehen (Dämpfung)
Algen im Kessel
Licht durch PETG-Wand
Dunkles PETG-Filament; oder Außenseite schwarz lackieren
Modul lässt sich nicht öffnen
O-Ring/Press-Fit klebt nach Wochen
Drehen + ziehen; vorher 10 min in lauwarmem Wasser einweichen
Ruckartiges Nachlaufen / Pulsieren beim Erstbefüllen
Luftblase im Schlauch — Druck wird zwar übertragen, aber stockend
Alle Hähne nacheinander öffnen bis blasenfreier Wasseraustritt (~ 1 min/Linie)
Düse verstopft (besonders bei 3,5 mm Ring)
Filter fehlt oder zugesetzt
Filter prüfen/auswaschen; bei mineralreichem Wasser feineren Filter
Teil 2
Anhang · Decision Points
Was wir noch geprüft haben, was uns nicht überzeugt hat, und warum.
A.1
Pad-Geometrie
Wer dichtet die Düse?
Variante
Aufbau
Reserve
Komplexität
A · Pad separat am Stab
Stab + Pad + Schwimmer (3 Teile)
1,50×
mittel
B · Korken-Stapel dichtet
Stab + 1–3 Korken (2 Teile)
1,5–4,5×
niedrig
C · Korken-Kette + Pad
Stab + Pad + 2–3 Korken
3,0×
hoch
D · Korken mit Silikon-Auflage
Stab + Korken + Silikon-Beschichtung
1,32×
niedrig-mittel
Variante B · Korken-Stapel dichtet selbst Gewählt
Pro
Minimale Bauteile: Stab + Korken
Modular: 1–3 Korken je nach Bedarf
Mehr Korken = mehr Auftrieb UND neue Dichtfläche
Beim Tausch automatisch neue Dichtung
Naturkork dichtet gut gegen scharfe PETG-Düsenkante
Weinkorken sind industriell sauber geschnitten
Con
Korken-Oberseite muss eben sein (in Praxis ok)
Querstift muss richtig sitzen (1× kalibrieren)
Bei Korken-Quellen: Stapel sinkt → frischen nachlegen
Stab + 1 Weinkorken (Standard 1,5 m Tank). Bei mehr Druck oder Sicherheits-Reserve: 2–3 Korken stapeln.
Alternativen im Detail
Variante A · Separates Pad am Stab
Pro
Funktionen sauber getrennt
Pad-Material unabhängig wählbar (Silikon, EPDM)
Pad-Tausch ohne Schwimmer
Beste Dichtungspräzision
Con
Mehr Klemmsitze (Pad/Stab, Schwimmer/Stab)
3 Teile statt 2
Mehr Fummelei beim Bau
Variante C · Korken-Kette mit Pad
Pro
Höchste Auftriebsreserve (3×)
System verzeiht große Toleranzen
Con
Komplexester Aufbau
Längeres Modul nötig
Overkill bei normaler Anwendung
Variante D · Korken mit Silikon-Auflage
Pro
Beste Dichtqualität
Silikon kompensiert Korken-Imperfektionen
Con
Silikon muss haften (Kleber)
Bei Schwimmer-Wechsel Silikon neu
Material-Vorbereitung aufwendiger
A.2
Dicht-Material
Was zwischen Düsenkante und Schwimmer
Material
Aufwand
Dichtqualität
Lebensmittel-OK
Naturkork (Wein)
0 (verfügbar)
gut
✓
Pressleichtkork
0
gut
✓
EPDM O-Ring
30 Ct
sehr gut
✓
2K-Silikon Smooth-On
gießen + härten
beste
✓
PETG-Druck (Mock)
0
schlecht
—
NBR (Nitril)
30 Ct
sehr gut
eingeschränkt
Naturkork (Weinkorken) Gewählt
Pro
Verfügbar (eh als Schwimmer)
Eine Komponente, doppelte Funktion
Lebensmittelecht, bewährtes Material
Elastisch genug für scharfe PETG-Kante
Con
Verschleißt langsam mit Wasser-Aufnahme
Schnittfläche nicht 100 % perfekt eben (in Praxis ok)
Wenn Korken-Standard nach Saison hart wird → einfach frischen verwenden.
A.3
Verbindung Ober/Unterteil
Wie die Hälften zusammenbleiben
Methode
Vorteil
Nachteil
FDM-druckbar
Press-Fit + O-Ring
einfach, sehr dicht, lösbar
Toleranzen kritisch im Druck
✓ einfach
Bajonett-Verschluss
schnell, definierte Endlage
FDM-Geometrie anspruchsvoll
mittel
Schraubgewinde
sehr robust, bewährt
Gewinde drucken schwierig
schwer
Klick/Schnapp
schneller Verschluss
PETG nicht flexibel genug
riskant
Magnet-Verschluss
elegant, kein Verschleiß
Magneten einlassen aufwendig, Korrosion
mittel
Externe Klemmschelle
einfach, stark
sieht klobig aus, zusätzliches Teil
✓
Press-Fit + O-Ring Gewählt
Pro
Einfachste Geometrie zum Drucken
O-Ring übernimmt Dichtung, Press-Fit übernimmt Halt
Lösbar für Wartung, ohne Werkzeug
Standardteil O-Ring 38 × 2 mm überall erhältlich
FDM-Toleranzen unkritisch (O-Ring überbrückt 0,2 mm Spiel)
Con
Press-Fit-Wandungsdicke muss präzise sein
Nach mehrfachem Öffnen kann Verschleiß auftreten
Bei langer Standzeit kann O-Ring "kleben"
EPDM-O-Ring 38 × 2 mm in 38,5-mm-Nut am Oberteil. Unterteil-AD 37,8 mm (0,2 mm Spiel zum O-Ring).
A.4
Schwimmer-Material
Was schwimmt unten dran
Material
⌀ × L
Netto-Auftrieb
Stab-Knickungs-Risiko
Weinkorken (Naturkork)
24 × 40 mm
14 g
gering
Pressleichtkork-Scheibe
30 × 18 mm
10 g
gering
Sektkorken (gepresst)
30 × 45 mm
22 g
mittel
Styropor klein
25 × 30 mm
14 g
gering
Styropor groß
40 × 80 mm
75 g
hoch!
2 Weinkorken am Stab Gewählt · Standard seit v6
Pro
Eh überall verfügbar
Lebensmittelecht
Doppelfunktion: Schwimmer + Dichter (s. A.1)
28,8 g netto Auftrieb = 6,6× Reserve bei 3,5-mm-Düse (v7)
Alterungs-/Schmutz-tolerant
Bei einzelner Korken-Wasseraufnahme noch genug Reserve
Con
Modul-Unterteil muss 2-Korken-Stapel + Hub aufnehmen (~ 100 mm)
Beim Tausch: 2 statt 1 Korken
Korken-Mittelloch jetzt 3 mm (statt 1 mm) — minimal weniger Auftrieb (5 %)
2 Korken = Standard. 1 Korken nur als Notbetrieb/Test (3,3× Reserve bei voller Säule mit 3,5-mm-Düse). 3 Korken für Säulen > 2,5 m oder als Alterungs-Reserve.
Änderung gegenüber v5
In v5 war 1 Korken Standard. Bei realer voller Tank-Säule (1,6–1,7 m statt 1,5 m angenommen) reduzierte sich die Reserve auf 1,4× — zu knapp für DIY-Praxis mit Reibung, Verschmutzung, Korken-Alterung. v6 verdoppelt auf 2 Korken → Reserve 4× — entspannter Dauerbetrieb. v7 erhöht zusätzlich auf 6,6× durch dickeren Stab + kleinere effektive Ringfläche.
Styropor verworfen
Großes Styropor liefert zwar viel Auftrieb (75 g) — bei v6 mit 1-mm-Stab war Knicken das Argument dagegen (F_kr ≈ 30 g). Mit dem 3-mm-Stab in v7 fällt dieser Grund weg (F_kr ≈ 2 450 g, 30× Reserve gegen 75 g). Trotzdem bleibt Korken die bessere Wahl: Doppelfunktion als Dichter + alters-/schmutztolerant.
A.5
Stab-Material
Die zentrale Achse
Material
E-Modul
Knicklast (3×140 mm)
Wasseraufnahme
Holzspieß (Birke/Buche)
12 GPa
~ 2 450 g
gering (gewachst)
Bambusspieß
15 GPa
~ 3 060 g
mittel
Edelstahl ⌀ 3 mm
200 GPa
~ 40 000 g
0 — aber Stab-Eigengewicht ~ 5 g
Karbonfaser ⌀ 3 mm
230 GPa
~ 47 000 g
0
Holzspieß (Birke/Buche) ⌀ 3 mm × 145 mm Gewählt · neu seit v7
Pro
Aus jeder Küche verfügbar (Schaschlik-Spieß-Standardmaß)
Knicklast ~ 2 450 g — > 500× über der 4,3 g Belastung
Holz ist leichter als Edelstahl (= mehr Netto-Auftrieb)
Lebensmittelecht
Sieht hübsch aus als Indikator
Stabil genug, dass Knicken kein Thema mehr ist
Con
Quillt bei Feuchtigkeit → wachsen!
Nicht 100 % gerade ab Werk (in Praxis ok)
Begrenzte Lebensdauer (1–2 Jahre)
A.6
Düsen-Größe
Der Schlüsselparameter
Bei voller Tank-Säule (~ 1,7 m, 167 mbar) und 3 mm Stab durch die Düse:
Düsen-⌀
Ringfläche
Kraft @ 1,7 m
Reserve 1 Korken
Reserve 2 Korken
Bewertung
3,0 mm
0 mm²
—
—
—
passt nicht (= Stab-⌀)
3,5 mm
2,55 mm²
4,34 g
3,32×
6,64×
Standard
4,0 mm
5,50 mm²
9,36 g
1,54×
3,08×
High-Flow (nur mit 2 Korken)
4,5 mm
8,84 mm²
15,05 g
0,96×
1,91×
zu groß (knapp/unsicher)
⌀ 3,5 mm Düsenbohrung Gewählt · neu seit v7
Pro
6,6× Reserve mit 2-Korken-Standard — sehr entspannt
3,3× sogar mit 1 Korken — Notbetrieb möglich
3 mm Stab passt durch + 0,25 mm Spiel pro Seite
Genug Flow für Olla-Anwendung (~ 8,6 ml/s = 520 ml/min)
Kompatibel mit 3-mm-Schlauch-ID
Bei Druckspitzen + Tank-Überfüllung weiterhin sicher
Con
Effektive Ringfläche ist klein (Stab nimmt viel Platz) — Filter wichtig
Etwas langsamer als alte 2,5/1-mm-Variante (8,6 vs ~ 14 ml/s)
Standard für alle Setups mit h_max ≤ 2,5 m. Bei h_max > 3,5 m: 3,0 mm + dickerer Stab. Bei expliziter High-Flow-Anforderung: 4,0 mm + 2 Korken zwingend.
Änderung gegenüber v6
In v6 war 2,5-mm-Düse Standard mit 1-mm-Stab (Ringfläche 4,12 mm², 4,1× Reserve mit 2 Korken). v7 stellt auf 3-mm-Stab um (Standard-Holzspieß-Maß, robuster), was die Düse zwingend auf ≥ 3,5 mm bringt. Effekt: kleinere Ringfläche (2,55 statt 4,12 mm²) ⇒ MEHR Reserve (6,6× statt 4,1×), aber weniger Flow (~ 8,6 statt ~ 14 ml/s). Für Living-Soil-Ollas: Reserve wichtiger als Flow.
A.7
Modul-Maße
Durchmesser & Länge · parametrisch
⌀
Länge
Anwendung
Bauteile-Aufnahme
30 mm
100 mm
kleine Ollas, Microgrow
1 Korken
40 mm
160 mm
Standard-Living-Soil
1–2 Korken
50 mm
200 mm
große Ollas, Outdoor-Beet
1–3 Korken
⌀ 40 × 160 mm Gewählt
Pro
40-mm-Forstner-Bohrer ist Standard
Passt in DN50-Rohr mit Adapter
Kessel-Volumen ~ 60 ml = solide Reserve
Modulgröße passt für Standard-Living-Soil-Setups
Con
Bei sehr kleinen Ollas overkill (Microgrow)
Druckdauer ~ 3–4 h gesamt. CAD parametrisch → andere Größen einfach ableitbar.
A.8
Tank-Höhe
Wie viel Druck wir produzieren
Höhe
Druck
F (3,5 mm)
Reserve 2 Korken
0,5 m
49 mbar
1,27 g
22,6×
1,0 m
98 mbar
2,55 g
11,3×
1,5 m (+Tank)
157 mbar
4,08 g
7,1×
2,0 m
196 mbar
5,10 g
5,6×
3,0 m
294 mbar
7,65 g
3,8× → 3 Korken
1,5 m Tank-Höhe Gewählt
Pro
Praktische Höhe für Wandmontage
Tank in normalen Raumhöhen unterbringbar
Genug Säule für Verteilung mit Druckverlusten
1 Korken reicht knapp — modulare Reserve durch Stapeln
Con
Knappe Reserve mit 1 Korken
Reserve halbiert sich bei 3 m
A.9
Druck-Material
Welches Filament
Material
Wasserdicht (4 Perim.)
Lebensmittel
Druckbarkeit
PETG lebensmittelecht
sehr gut
✓ zertifiziert
einfach
PETG normal
sehr gut
nicht zertifiziert
einfach
PLA
mäßig
bedingt
sehr einfach
ABS
gut
Geruch
schwer (Warping)
PP (Polypropylen)
sehr gut
✓
sehr schwer
TPU
gut
bedingt
elastisch (flext)
PETG lebensmittelecht Gewählt
Pro
Lebensmittelecht zertifiziert (FDA, EU)
Wasserdicht mit 4 Perimetern
UV-stabil (für Outdoor)
Bei 238 °C zuverlässig druckbar
Wenig Warping, gute Layer-Haftung
Con
Teurer als PLA
Stringing-Neigung — Cooling sorgfältig einstellen
A.10
Verteiler-Konzept
Vom Tank zum Modul
Variante
Anwendung
Steuerung pro Olla
Direkt-Y-Splitter
2–3 Ollas
keine
4-fach mit Hähnen
kleines Setup
✓
8-fach mit Hähnen
Standard-Living-Soil
✓
16-fach mit Hähnen
große Grow-Tents
✓
Druckluft-Steuerung
Großbetrieb
elektrisch
8-fach Verteiler mit Hähnen Gewählt
Pro
Aquaristik-Standard, überall verfügbar
Pro Linie einzeln absperrbar (Hahn)
Pro Pflanze fein dosierbar (Hahn-Stellung)
Reserve-Linien für Erweiterung
Con
Bei nur 2 Ollas overkill
A.11
Druck-Orientierung
Wie's auf dem Druckbett liegt
Teil
Orientierung
Vorteil
Support
Oberteil
KOPFÜBER
glatte Kessel-Innenfläche, Düsen-Präzision
nicht nötig
Oberteil
stehend
einfacher Setup
nötig (Kessel-Innenraum)
Unterteil
stehend
vertikale Perforation gut druckbar
nicht nötig
Unterteil
liegend
schneller
nötig (Käfig)
Oberteil kopfüber, Unterteil stehend Gewählt
Schlauchtülle dient als Standfuß beim Kopfüber-Druck. Brim 5 mm für Haftung. Beide Teile ohne Stützmaterial druckbar.
A.12
Indikator-Stab
Pegel-Anzeige nach außen
Variante
Anwendung
Stab-Länge
Lang (oben raus)
Olla mit sichtbarem Korken-Deckel
145 mm
Kurz (intern)
DN50-Rohr-Einbau, geschlossen oben
130 mm
Mit Markierung
Visuelle Skala "FULL/EMPTY"
145 mm + Tinte
Stab lang oben raus (Olla-Variante) Gewählt
Stab schaut ~ 20 mm aus dem Modul oben raus. Mehr sichtbar = Olla voller. Komplett eingezogen = Olla leer.
A.13
Belüftung Olla
Druckausgleich im Inneren
Bei der Wasser-Abgabe der Olla muss Luft nach innen → sonst Vakuum-Lock. Empirisch hatten wir nie Vakuum-Probleme im Setup. Warum?
Variante
Funktion
Aufwand
Naturkork atmet selbst
passiver Gasaustausch durch Korken-Material
0
Atemloch im Korken
aktive Belüftung
1× Bohrung
Stab-Kanal als Atemweg
Belüftung durch Modul
CAD-Anpassung
Olla-Wand atmet
Terracotta hat eigenständig Gasaustausch
0
Keine extra Belüftung (Korken + Olla-Wand atmen passiv) Gewählt
Pressleichtkork lässt durch seine Zellstruktur Luft langsam diffundieren. Plus Terracotta-Wand. Reicht für übliche Olla-Abgaberaten (~ paar 100 ml/Tag).
A.14
Käfig-Perforation
Wie Wasser ins Unterteil rein/raus kommt
Bohrung-⌀
Raster
Anwendung
2 mm
6 × 4 mm
fein, gegen Substrat-Eintrag
3 mm
8 × 5 mm
Standard, schneller Wasserfluss
4 mm
10 × 6 mm
große Käfige, größere Schwimmer
Schlitze
8 × 2 mm
Druck-vereinfacht
⌀ 3 mm im 8×5-mm-Raster Gewählt
Sechseck-Reihen, 4 Reihen pro 60 mm Käfighöhe. Unten geschlossener Boden mit 4 zusätzlichen 3-mm-Bohrungen für Wasserkommunikation mit der Olla.
CAD-Datei-Konvention
Modell speichern als .3dm (Rhino) und .step (für Austausch). Parametrisches Grasshopper-Definitions-File .gh mit JSON aus R.1 als Input-Set. Druckdateien als .stl und .3mf mit Profil aus R.3 eingebettet.